…jährt sich ihr Tod zum ersten Mal. Es bleibt ein merkwürdiges Gefühl. Vieles hat sich seitdem verändert.
Aus der Angehörigenperspektive hat mich die medizinisch und persönlich ohne Zweifel richtige Entscheidung, meine Mutter nicht mehr in ein Krankenhaus bringen zu lassen lange verfolgt. Monatlang bin ich nachts aufgewacht und habe mich gefragt, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Der Kopf hat immer ja gesagt – das Herz hat gezweifelt. Heute sind sich beide einig.
Aus der Notarztperspektive bleibt es weiterhin schwer, einen alten Menschen, der erkennbar keine Prognose mehr hat, nicht um jeden Preis einer Therapie zuzuführen, die das Leben vielleicht um Tage verlängert, die Lebensqualität aber vermindert. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so.

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September 6, 2009 um 4:42
Wolf
Und wenn der Zweifel ein Leben lang bleibt ist es dennoch in Ordnung. Es gibt Entscheidungen, die man „auf Armeslänge“ treffen muss. Deshalb sind alle Versuche der Normierung so unzulänglich, alle Argumente der Ethiker so blutleer. Zu unseren Eltern haben wir eine unvergleichliche Beziehung, über den Tod hinaus. Und der Notarzt muss wissen wann er nur beraten darf, er muss dann loslassen können. Der schmale Grat zwischen „zu früh“ und „zu spät“ wird nie breiter. Herzlichen Gruß!