Nachdem meine Mutter sich aus Sicht der behandelnden Kollegen ja nun „stabilisert“ hatte, wurde die „weitere Versorgung“ zumaktuellen Thema. Der insgesamt doch hilfreiche Sozialdienst des Krankenhauses Altbekannt wußte ein gerade neu eröffnetes „schönes“* Heim, das in Frage käme. Akzeptable Heime in der Umgebung ihres Zuhauses hatte ich schon abtelefoniert, jedoch von allen eine negative Antwort erhalten (akzeptabel sei hier definiert als mit gutem Leumund aus dem Bekreis meiner Freunde und Bekannten versehen). Ich rief im „Neuen Heim“ an und die sehr nette Pflegedienstleitung (PDL) versicherte mir, es seine noch Plätze frei. Ich änderte den Antrag auf Leistung aus der Pflegeversicherung in vollstationäre Pflege und hörte hierbei vom zuständigen Sachbearbeiter meiner Mutter, dieses Heim sei nicht auf der Liste der anerkannten Pflegeeinrichtungen – ob er denn die Telefonnummer haben könne, um sich mit dem Neuen Heim in Verbindung zu setzen. Er konnte und fand heraus, daß die Rahmenverträge gerade unterzeichnet worden seien – man könne meine Mutter dorthin verlegen.
Gar so einfach war die Prozedur freilich nicht. Wichtig ist natürlich die Bezahlung des Aufenthaltes – in der finanziell komplexen Situation meiner Mutter war die nicht so einfach zu erklären. Ich legte meinen Kontoauszug vor und wurde aufgefordert, eine Einzugsermächtigung zu unterschrieben. Ich gab zur Antwort, dies sei nicht möglich, da ich damit beschäftigt sei, die Liquidität meiner Mutter zu verbessern. Nach kurzer Diskussion wurde dies akzeptiert – ein Umstand, der mir nach dem Tod meiner Mutter zugute kommen sollte – es trafen nämlich noch munter Rechnungen ein (in nicht zu knapper Höhe), die sicherlich bereits von meinem Konto abgebucht worden wären. Dies schreibe ich jedoch der Verwaltung des Betreibers und nicht den im Neuen Heim tätigen Personal zu. Ich habe mir sagen lassen, die Verwaltung von Alten- und Pflegeheimen gleiche denen der Finanzverwaltung.
Meine Mutter wurde nun also in das Neue Heim verlegt – man gab sich sehr viel Mühe mit ihr und hat sie sehr gut gepflegt – trotzdem fiel es mir unendlich schwer, sie dorthin verlegen zu lassen.
*“schön“ sei in Anführungszeichen gesetzt, nicht weil das Heim baulich oder vom Engagement der Pflegekräfte nicht schön gewesen wäre, sondern weil jedes Heim, so „schön“ es auch sei, immer ein „Heim“ bleibt und nicht das Zuhause ersetzen kann

No comments yet
Kommentar-Feed für diesen Beitrag