Nachdem man Fieber in der Psychiatrie ja schlichtweg zu ignorieren scheint, hat mich auch die diagnostische Schiene bezüglich der genauen Demenzkategorie nicht mehr verwundert.
In einem der Gespräche mit den Psychiatern habe ich gefragt, an welcher Art der Demenz meine Mutter nun leide. Ich erhielt die Antwort „An Alzheimer Demenz“. Auf die Rückfrage, ob nicht ihr exzessiver Nikotingebrauch (30 Jahre lang zwischen 60 u. 90 Zigaretten täglich) zu einer arteriosklerotisch bedingten Demenz geführt haben könne, sagte mein telefonisches Gegenüber, man habe im (unsinnigerweise ohne Kontrastmittel) durchgeführten CCT keine alten Insulte (Schlaganfälle) feststellen können, in Ermangelung einer anderen Erklärung gehe man von einer Alzheimer Demenz aus. Im Klartext heißt das: wenn ein Psychiater sich bei einem Demenzkranken keinen diagnostischen Rat weiß (und DAS dauert ja meist nicht lange), vergibt er das Etikett „Alzheimer“ – sehr differenzierte Betrachtung von Patienten, nicht?
Zwar ist es durchaus korrekt, daß die Alzheimer Demenz eine Ausschlußdiagnose anderer Demenzarten ist, jedoch hat man es sich im Fall meiner Mutter zu einfach gemacht (wie ihr Krankheitsverlauf zeigt, den ich in den folgenden Artikeln darlegen werde). Keinesfalls darf man einen Menschen nach inadäquater Diagnostik mit einem solchen Etikett versehen.
Auf dem Gutachten stand als Diagnose „Dementielles Syndrom“. Wahrscheinlich ein Ergebnis der „Schwierigkeit“der Angehörigen.

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